Gesteinsbohrstangen: Klassifizierung und Anwendungsleitfaden

12-02-2026

I. Klassifizierung nach Strukturform

  1. Einteilige Bohrgestänge werden als nahtlose Einheit gefertigt, wobei Schaft und Bohrmeißel fest miteinander verbunden sind. Zu ihren Vorteilen zählen hohe Festigkeit, minimale Übertragungsverluste und die Fähigkeit, hochfrequenten Stoßbelastungen standzuhalten. Sie eignen sich für Bohrungen mit kleinem Durchmesser und geringer Tiefe und werden häufig bei handgeführten Gesteinsbohrgeräten und kleinen Ankerbohranlagen eingesetzt. Typische Anwendungsgebiete sind der Tunnelbau im Bergbau und das Bohren von Fundamentankern. Der Hauptnachteil besteht darin, dass bei Verschleiß oder Beschädigung des Bohrmeißels das gesamte Bohrgestänge ausgetauscht werden muss, was die Betriebskosten relativ hoch macht.

  2. Zweiteilige (mit austauschbarem Kopf) Bohrgestänge bestehen aus einem Gestängekörper und einem austauschbaren Bohrkopf, die durch Gewinde, Kegel oder andere lösbare Verbindungen miteinander verbunden sind. Ihr Hauptvorteil liegt in den kontrollierbaren Verbrauchskosten: Abgenutzte Bohrköpfe können einzeln ausgetauscht werden, ohne das gesamte Gestänge entsorgen zu müssen. Diese Bauart eignet sich besonders für Bohrungen mit großem Durchmesser und großer Tiefe. Je nach Verbindungsart werden sie weiter unterteilt in:

  • Gewindeverbindungsstangen: Sie verwenden standardisierte Gewindeschnittstellen (z. B. R32, T38, T45) und bieten hohe Verbindungsgenauigkeit sowie einfache Demontage. Typischerweise werden sie mit mittelgroßen bis großen Hydraulikbohranlagen für Sprengbohrungen im Tagebau und Tunnelbau eingesetzt.

  • Konische Verbindungsstangen: Sie nutzen den Kontakt der Kegeloberfläche zur Lastübertragung. Dank ihrer einfachen Struktur und hohen Schlagfestigkeit eignen sie sich für Abbrucharbeiten mit hoher Stoßbelastung, wie sie beispielsweise im Steinbruch- und Betonabbruch eingesetzt werden.

  1. Hohlbohrstangen besitzen eine durchgehende Bohrung für den Flüssigkeitsdurchfluss und werden hauptsächlich beim Nassbohren eingesetzt. Hochdruckwasser oder Druckluft kann durch die Stange geleitet werden, um Bohrgut abzutransportieren und den Bohrmeißel während des Bohrvorgangs zu kühlen. Dies reduziert die Staubentwicklung und verlängert die Standzeit der Stange. Hohlbohrstangen sind Standard für Großbohrungen in Bergwerken und Tunneln und werden üblicherweise mit schweren Bohranlagen oder Bohrjumbos kombiniert.

Rock Drilling Rods

II. Klassifizierung nach Werkstoff und Leistung

  1. Legierte Werkzeugstahlstangen werden aus legierten Werkzeugstählen wie Chrom-Molybdän- oder Silizium-Mangan-Stählen hergestellt und wärmebehandelt (vergütet). Sie bieten ein gutes Verhältnis von Festigkeit und Zähigkeit zu relativ geringen Kosten. Sie eignen sich zum Bohren in Gesteinen mittlerer bis niedriger Festigkeit (z. B. Schiefer, Sandstein) und werden häufig in kleinen bis mittelgroßen Steinbrüchen und im Tiefbau eingesetzt.

  2. Hochfeste Legierungsstahlstangen werden aus hochfesten Legierungsstählen (z. B. 42CrMo, 35CrMnSi) geschmiedet und durch Aufkohlen, Abschrecken und weitere präzise Wärmebehandlungsverfahren bearbeitet. Dadurch erreichen diese Stangen Oberflächenhärten über HRC 55 bei gleichzeitig hohem Härtegrad des Kerns. Sie sind beständig gegen Stöße und Abrieb durch harte Gesteine ​​wie Granit und Basalt. Diese Stangen sind wichtige Verbrauchsmaterialien in großen Bergwerken und Hartgesteinstunnelprojekten und werden für schwere hydraulische Bohrgeräte verwendet.

  3. Beschichtete, verschleißfeste Stangen: Stangen aus legiertem Stahl können mit verschleißfesten Schichten (z. B. Wolframcarbid- oder Titannitrid-Beschichtungen) oberflächenbeschichtet werden, um die Abrieb- und Korrosionsbeständigkeit zu verbessern. Beschichtete Stangen können die Lebensdauer im Vergleich zu unbeschichteten Stangen um etwa 30–50 % verlängern. Sie eignen sich für Umgebungen mit hohem Verschleiß und starker Korrosion, wie z. B. Küstenbohrungen und Bergwerke mit korrosiven Mineralien.

III. Klassifizierung nach kompatibler Ausrüstung

  1. Gestänge für handgeführte Gesteinsbohrer. Diese Gestänge sind relativ kurz (typischerweise 1–3 m) mit kleinen Durchmessern (22–32 mm) und einem geringen Gewicht für die manuelle Handhabung. Das Gestängeende ist so geformt, dass es in das Bohrfutter oder die Kupplung von handgeführten Gesteinsbohrern passt. Typische Anwendungsgebiete sind kleine Tunnel, Hangsicherungen und andere Arbeiten, die manuelles Bohren erfordern.

  2. Bohrgestänge für Bohrjumbos und Bohrplattformen. Diese für mechanische Bohrplattformen konzipierten Bohrgestänge sind länger (3–10 m) und haben einen größeren Durchmesser (38–76 mm). Sie bestehen aus hochfesten Materialien und verfügen über präzise Verbindungen. Sie sind mit raupenmobilen Bohrjumbos und hydraulischen Bohranlagen kompatibel und werden für großflächige mechanisierte Arbeiten wie Sprenglöcher in Tagebauen und Tieftunnelbohrungen eingesetzt.

  3. Gestänge für Hydraulikhämmer, auch Brechergestänge genannt, besitzen einen flachen oder spitzen Arbeitskopf und ein für Hydraulikhämmer geeignetes Ende. Im Gegensatz zu Bohrgestängen sind Brechergestänge für das Schlagbrechen und nicht für das Schneiden optimiert und erfordern daher eine sehr hohe Schlagzähigkeit und Abriebfestigkeit. Typische Anwendungsgebiete sind Betonabbruch, Sekundärerzaufbereitung und das Aufbrechen von gefrorenem Boden.

IV. Klassifizierung nach Betriebsbedingungen

  1. Hartgesteinsstangen sind für harte Gesteinsformationen mit einer Mohs-Härte über ca. 6 (z. B. Granit, Basalt) konzipiert. Sie bestehen aus hochfesten legierten Stählen mit verschleißfesten Oberflächenbehandlungen und verstärkten Stangen-Meißel-Verbindungen, um hochfrequenten, hochbelastenden Stößen standzuhalten und Stangenbruch oder Meißelverlust zu verhindern.

  2. Weichgesteins-Bohrstangen sind für weichere Gesteinsformationen wie Schiefer und Kalkstein konzipiert. Bei diesen Stangen stehen Robustheit und effizienter Bohrgutabtransport im Vordergrund; der Durchmesser der Hohlstangen kann größer sein, um ein schnelles Ausspülen des Bohrguts zu fördern und den Bohrwiderstand zu reduzieren. Im Vergleich zu Hartgesteins-Bohrstangen sind Weichgesteins-Bohrstangen kostengünstiger und besser für großflächige, flache Bohrungen geeignet.

  3. Stangen für Unterwasser- oder Nassumgebungen. Hergestellt aus korrosionsbeständigen Materialien (z. B. Edelstahllegierung) oder mit Verzinkung oder Polymerbeschichtung versehen, bieten diese Stangen eine gute Wasserdichtigkeit und Korrosionsbeständigkeit. Sie werden für Unterwassertunnel, Flussbaggerungen und Küstenbergbau eingesetzt und tragen dazu bei, Festigkeitsverluste durch Rost und Korrosion zu verhindern.

Dieses Klassifizierungssystem kann als Leitfaden für die Auswahl von Gestängetyp, Material und Konfiguration dienen, um die Eigenschaften der Formation, die Bohrausrüstung und die Betriebsbedingungen optimal aufeinander abzustimmen und so Leistung und Kosten zu optimieren.

Drilling Rods

Holen Sie sich den neuesten Preis? Wir werden so schnell wie möglich antworten (innerhalb von 12 Stunden)

Datenschutz-Bestimmungen