Einteilig oder mehrteilig? Wie wählt man zwischen integrierten und verlängerten Bohrgestängen?
Das Bohrgestänge ist die einfachste Komponente des Bohrstrangs – ein Stück legierter Stahl mit Gewinde an beiden Enden. Die Entscheidung, ob man es als einteiliges Stück oder als mehrere verbundene Segmente kauft, beeinflusst jedoch die Arbeitsweise Ihres Teams, die maximale Bohrtiefe und die Art Ihres Ersatzteillagers.
Integrierte und verlängerte Bohrgestänge dienen unterschiedlichen Bohrphilosophien. Hier erfahren Sie, welches für Ihren Einsatz am besten geeignet ist.
Integralstangen: Einfach, robust und nur durch die Länge begrenzt.
Eine integrale Bohrstange ist genau das, wonach sie klingt: ein einzelnes Stück geschmiedeten und wärmebehandelten legierten Stahls, an beiden Enden mit einem Gewinde versehen, ohne Verbindungsstellen dazwischen. Die Längen reichen typischerweise von ca. 2400 mm bis ca. 4900 mm – gängige Gewindeprofile sind R22, R25, R32, T38 und T45.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Keine Kupplungshülsen, die gelagert werden müssen, keine Verbindungen, die mitten im Bohrloch hergestellt werden müssen, und keine Gefahr, dass sich eine Verbindung unter Tage löst. Ein Gestänge, ein Bohrloch, fertig. Die Wärmebehandlung erstreckt sich über die gesamte Länge des Stahls, sodass keine Schwachstelle an den Verbindungsstellen zweier Abschnitte entsteht. Für flache Bohrungen – Dachverankerung, kurze Sprenglöcher, Erschließungsarbeiten, bei denen Löcher in weniger als vier oder fünf Metern Tiefe gebohrt werden – ist ein durchgehendes Gestänge oft die sauberste Lösung.
Die Einschränkung liegt auf der Hand: Die Bohrtiefe ist auf die Länge des Bohrgestänges beschränkt. Ändert sich die Bohrtiefe innerhalb des Bohrgeländes und muss tiefer gebohrt werden als mit dem längsten integrierten Bohrgestänge, ist ein anderes System erforderlich. Integrierte Bohrgestänge bedeuten zudem, dass mehrere Längen vorrätig gehalten werden müssen, was die Lagerhaltung bei unterschiedlichen Bohrtiefen komplexer macht.

Verlängerungsstangen: Tiefenanpassung nach Bedarf, jedoch auf Kosten der Komplexität
Verlängerungsstangen – auch als Teil- oder Kombinationsstangen bezeichnet – unterteilen das Bohrgestänge in kürzere Segmente, die durch Kupplungshülsen verbunden werden. Typischerweise wird am Schaftadapterende eine Anbohrstange eingesetzt, an die dann mit zunehmender Bohrtiefe Verlängerungssegmente angefügt werden. Die Segmentlängen reichen von 800 mm bis über 4.200 mm und decken die Gewindearten T38, T45, T51 und R32 ab. Je nach Rotationsantrieb des Bohrgeräts sind sowohl runde als auch sechseckige Profile erhältlich.
Der Vorteil liegt in der Flexibilität. Müssen Sie heute Vormittag ein sechs Meter tiefes Loch und heute Nachmittag ein fünfzehn Meter tiefes bohren? Dasselbe Gestängesystem – einfach Segmente hinzufügen oder entfernen. Die Kupplungshülsen übertragen Drehmoment und Stöße zwischen den Segmenten, und eine gut konstruierte Verbindung führt im Vergleich zu einem durchgehenden Gestänge gleicher Gesamtlänge zu keinem nennenswerten Energieverlust.
Die Nachteile: Jede Verbindung stellt eine potenzielle Fehlerquelle dar, jede Kupplungshülse ist ein Ersatzteil, das vorrätig gehalten werden muss, und jeder Stangenwechsel kostet Zeit. Bei tiefen Bohrungen mit vier oder fünf Abschnitten summieren sich die Montage- und Demontagezeiten pro Bohrung. Die Verbindungen müssen zudem sauber und gefettet sein – wird dies vernachlässigt, fressen sich die Gewinde fest, die Kraftübertragung verschlechtert sich und die Stangen versagen frühzeitig an den Verbindungsstellen.
Den Anruf tätigen
Die Entscheidung hängt letztendlich von drei Dingen ab: Kaderbreite, Konstanz und Mannschaftsgröße.
Bei typischen Bohrlochtiefen unter fünf Metern und geringen Tiefenschwankungen zwischen den Schichten sind integrierte Gestänge kaum zu übertreffen. Geringerer Lagerbestand, weniger potenzielle Fehlerquellen, schnellere Zykluszeiten.
Wenn die Bohrtiefen variieren oder Ihr Standardbohrloch zu groß für eine einzelne Bohrstange ist, sind Verlängerungsstangen die Lösung. Investieren Sie in hochwertige Kupplungshülsen, schulen Sie Ihre Mitarbeiter in den korrekten Montageverfahren und halten Sie die Gewinde sauber. Das System funktioniert, wenn es richtig angewendet wird.
Achten Sie darauf, dass die Rute zum Rig passt. Eine durchgehende Rute, die für den Vorschubweg zu lang ist, oder eine Verlängerungsrute mit dem falschen Gewindeprofil für Ihren Schaftadapter verursachen Probleme, die nichts mit der Rutenqualität zu tun haben. Prüfen Sie die Kompatibilität vor dem Kauf.




