Schaftadapter-Leitfaden: T38, T45, T51, R32, R25, R38 — Welcher passt zu Ihrer Bohrmaschine?

10-07-2026

Der Schaftadapter ist die am meisten übersehene Komponente eines Gesteinsbohrsystems. Er sitzt zwischen Bohrer und Bohrgestänge, fängt die volle Kraft jedes Kolbenschlags auf und leitet sie durch das Bohrgestänge weiter. Wählt man den falschen Adapter – falschen Durchmesser, falsche Länge, falsches Gewinde –, arbeitet der Bohrer nicht nur schlecht, sondern zerstört sich selbst. Der Kolben trifft nicht mittig auf den Bohrkopf. Das Bohrgestänge schlägt hin und her. Der Bohrmeißel bohrt ein ovales Loch. Und all das lässt sich auf einen ungeeigneten Schaftadapter zurückführen.

Hier finden Sie eine praktische Anleitung zu den sechs gebräuchlichsten Schaftadaptertypen, wofür sie entwickelt wurden und wie Sie den passenden Adapter für Ihre Bohrmaschine, Ihr Gestein und Ihr Bohrloch auswählen.

T38: Der universelle Standard

Der T38-Schaftadapter – 38 Millimeter im Durchmesser, erhältlich in Längen von etwa 410 bis 525 Millimetern – ist die erste Wahl für Anwendungen im Bereich Bergbau und Tunnelbau. Er ist der Standardschaft für eine Vielzahl von hydraulischen Bohrgeräten weltweit, und das aus gutem Grund: Er bietet ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Schlagenergieübertragung, Haltbarkeit und Kompatibilität mit verschiedenen Bohrmodellen.

Der Schaft eines T38-Schnursystems bietet ausreichend Querschnittsfläche, um die Aufprallenergie mittelgroßer Drifter aufzunehmen, ohne sich zu verformen oder vorzeitig zu ermüden. Der Durchmesser von 38 Millimetern sorgt für ein optimales Verhältnis von Steifigkeit zu Gewicht – steif genug, um die Aufprallenergie effizient zu übertragen, und leicht genug, um die Saite nicht unnötig zu belasten.

Das Gewindeende des T38-Gewindes – an dem das Bohrgestänge befestigt wird – ist je nach Gestängesystem typischerweise mit einem R38- oder T38-Seilgewinde versehen. Die Schulterkonstruktion überträgt die Druckbelastung über die Schulterfläche und nicht über das Gewinde. Dies entspricht dem Konstruktionsprinzip, das wir bereits im Artikel über Bohrgestängeverbindungen erläutert haben: Die Schulter fängt die Stöße ab, während das Gewinde Zug- und Drehmomentkräfte aufnimmt.

Wenn Sie Standard-Produktionslöcher in mittelhartem bis hartem Gestein bohren – 45 bis 89 Millimeter Durchmesser, typische Abbauhöhen im Steinbruch- und Untertagebau – ist ein T38-Schaft mit ziemlicher Sicherheit der richtige Ausgangspunkt, es sei denn, Ihr Bohrhandbuch gibt etwas anderes vor.

T45: Der Hochleistungs-Performer

Bei härterem Gestein und tieferen Bohrlöchern stößt der Querschnitt des T38 an seine Grenzen. Der T45 – mit 45 Millimetern Durchmesser und Längen von etwa 425 bis 730 Millimetern – bietet eine proportional höhere Tragfähigkeit.

Der größere Durchmesser bedeutet mehr Stahlquerschnitt bei gleicher Kolbenaufprallkraft, was die Belastung des Schaftkörpers verringert. Geringere Belastung bedeutet längere Lebensdauer. In harten, abrasiven Gesteinsformationen, wo der Bohrer Schicht für Schicht mit maximaler Schlagkraft arbeitet, führt diese zusätzliche Belastungsreserve direkt zu längeren Bohrstrecken zwischen den Schaftwechseln.

Die längeren Schaftlängen, die für T45-Schäfte erhältlich sind – bis zu 730 Millimeter – machen sie auch für Bohrmaschinen mit tieferen vorderen Köpfen oder verlängerten Bohrfutterbaugruppen geeignet, bei denen eine Standardlänge von T38 vor dem vollständigen Eingriff auf Grund laufen würde.

T45-Schäfte werden typischerweise für T45- oder R45-Gewindebohrstangen verwendet, die über passende Schulterdurchmesser für eine gleichmäßige Lastübertragung verfügen. Die Kombination eines T45-Schafts mit unterdimensionierten Bohrstangen – beispielsweise R38-Bohrstangen über einen Adapter – führt zu einer Spannungskonzentration am Durchmessersprung, die den Schaft an der Schulter ermüdet.

shank adapter

T51: Für die größten Bohrer im härtesten Gestein

Die T51 ist die schwere Artillerie. Sie hat einen Durchmesser von 51 Millimetern und eine Länge von 670 bis 770 Millimetern und wurde für die größten hydraulischen Tunnelbohrmaschinen auf den größten Tunnelbohrmaschinen und für die härtesten und abrasivesten Gesteinsbedingungen entwickelt.

Die physikalischen Gründe für die Notwendigkeit eines T51 sind einfach: Mit zunehmender Kolbenaufprallenergie – und moderne Hochleistungsbohrgeräte erreichen weit über 30 Kilowatt Schlagleistung – steigt die Belastung des Schaftadapters proportional an. Ab einem bestimmten Punkt kann ein T45-Querschnitt die zyklische Belastung nicht mehr bewältigen, ohne in den Bereich der Niedrigzyklusermüdung zu geraten, wo jeder Schlag messbare Ermüdungsschäden verursacht. Der größere Querschnitt des T51 reduziert die Belastung wieder auf einen Bereich, in dem der Schaft auch nach Tausenden von Metern Hartgesteinsbohrungen standhält.

Der T51-Schaft ist kein Universalbohrer. Er ist für spezielle Anwendungen konzipiert: Bohrungen mit großem Durchmesser – 89 bis 127 Millimeter und mehr – in harten, abrasiven Gesteinen. Die Verwendung eines T51-Schafts, wo ein T38-Schaft ausreichen würde, bringt keine Vorteile und führt zu unnötigem Gewicht und Kosten. Wo jedoch ein T51-Schaft erforderlich ist, kommt kein kleinerer zum Einsatz.

R32: Der Allrounder

Wenn die Schäfte der T-Serie die Spezialisten sind, ist der R32 der Allrounder. Mit einem Durchmesser von 32 Millimetern und Längen von kurzen 202 Millimetern bis hin zu 650 Millimetern deckt der R32-Schaft ein breites Anwendungsspektrum ab – von der Dachverankerung über Tunnelbohrarbeiten bis hin zur Kleinserienfertigung.

Die Stärke des R32 liegt in seiner Vielseitigkeit. Innerhalb einer Schicht kann dieselbe Bohrmaschine mit R32-Schaft vormittags Bolzenlöcher und nachmittags Sprenglöcher bohren, wobei die Bohrstangenlänge und der Bohrerdurchmesser ohne Schaftwechsel angepasst werden können. Der kleinere Durchmesser reduziert das Gewicht, was insbesondere bei handgeführten und halbmechanisierten Bohrgeräten von Vorteil ist, da hier jedes Kilogramm zählt.

Das Gewindeende des R32-Schafts verwendet typischerweise R32-Seilgewinde und treibt die passenden R32-Bohrstangen an, die weltweit Standard für Verschraubungen und leichte Förderbohrungen sind. Die Verbindungskonstruktion basiert auf dem gleichen Schulterprinzip wie bei den größeren Schäften, ist jedoch für den kleineren Durchmesser verkleinert.

R25: Der Kompaktspezialist

Der Schaftadapter R25 – 25 Millimeter Durchmesser, hauptsächlich in den Längen 202 und 205 Millimeter erhältlich – ist speziell für kleine hydraulische Bohrgeräte wie den S14BD und ähnliche Kompaktbohrer konzipiert, die beim Abbau schmaler Gänge, beim Tunnelbau mit kleinem Querschnitt und bei der Verankerung in beengten Räumen eingesetzt werden.

Der R25 verwendet ein Innengewinde – die Stange wird in den Schaft geschraubt, nicht umgekehrt. Dies ist bei Gesteinsbohrschäften ungewöhnlich und erwähnenswert, da es die Montagereihenfolge ändert. Durch die kompakte Bauweise ist die Schlagenergie des Schafts begrenzt, was jedoch bei den kleinen, kurzen Bohrlöchern, für die er konzipiert ist, keine Einschränkung darstellt – im Gegenteil, es ist optimal.

R38: Die Brücke zwischen den Welten

Der Schaftadapter R38 – 38 Millimeter Durchmesser, 380 bis 500 Millimeter Länge – liegt hinsichtlich Größe und Anwendungsbereich zwischen R32 und T38. Er bietet eine höhere Schlagfestigkeit als ein R32, ist aber leichter und kompakter als ein T38.

Die R38 ist eine gute Wahl, wenn die Anwendung eine höhere Belastbarkeit erfordert, als eine R32 bieten kann, aber das Gewicht und die Kosten einer T38 nicht rechtfertigen. Sie wird häufig bei mittelschweren Serienbohrarbeiten und in Anwendungen eingesetzt, bei denen die Bohrgröße oder die Montagekonfiguration den Schaftdurchmesser begrenzt.

So wählen Sie aus: Die drei Fragen

Wenn Sie einen Schaftadapter auswählen – oder einen verschlissenen ersetzen – führen Sie drei Fragen schneller zur richtigen Antwort als jeder Katalog:

Erstens: Was steht in der Bedienungsanleitung der Bohrmaschine? Der Hersteller hat die Bohrmaschine für einen bestimmten Schaftdurchmesser und eine bestimmte Schaftlänge konstruiert. Abweichungen von diesen Spezifikationen verändern die Dynamik des Kolben-Schaft-Aufpralls auf schwer vorhersehbare und meist negative Weise. Wenn in der Bedienungsanleitung T38 angegeben ist, verwenden Sie T38.

Zweitens: Welchen Bohrlochdurchmesser und welche Gesteinshärte haben Sie? Größere Bohrlöcher in härterem Gestein erfordern mehr Schlagenergie, und mehr Schlagenergie erfordert einen größeren Schaftquerschnitt. Es gibt keine allgemein anerkannte Formel, aber als grobe Richtlinie gilt: Bohrlöcher unter 64 Millimetern in mittelhartem Gestein können mit R32 oder R38 bearbeitet werden. Bohrlöcher von 64 bis 89 Millimetern in hartem Gestein erfordern T38 oder T45. Bohrlöcher über 89 Millimetern in hartem Gestein erfordern T45 oder T51.

Drittens: Welches Rutensystem verwenden Sie? Das Gewindeende des Schafts muss zum Gewinde der Rute passen, nicht nur im Durchmesser, sondern auch im Gewindeprofil und der Schulterform. Ein T38-Schaft mit R-Gewindeausgang lässt sich ohne Adapter nicht mit Ruten mit T-Gewinde verbinden, und Adapter stellen eine weitere potenzielle Fehlerquelle in der Saite dar.


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