Wasserverstopfung im Bohrgestänge: Der stille Produktivitätskiller und wie man ihn von vornherein verhindert
Ich habe miterlebt, wie eine Arbeiterkolonne in einem Kalksteinbruch einen ganzen Nachmittag wegen eines verstopften Bohrgestänges verlor. Nicht etwa, weil das Gestänge defekt war. Nicht etwa, weil die Bohranlage kaputt war. Sondern weil niemand vor Schichtbeginn die Spülleitung überprüft hatte und der Schaden bereits angerichtet war, als sie bemerkten, dass die Bohrgeschwindigkeit nachließ.
Wasserverstopfungen in Gesteinsbohrgestängen gehören zu jenen Problemen, die zunächst unbedeutend erscheinen, bis sie es plötzlich sind. Der Bohrer verlangsamt sich, der Bediener muss stärker drücken, um dies auszugleichen, die Temperatur steigt, und plötzlich hat man ein festsitzendes Gestänge und ein Bohrloch, das man nicht fertigstellen kann. Das Schlimmste daran? Es wäre fast vollständig vermeidbar.
Hier erfahren Sie, was tatsächlich hilft, Ihre Spülkanäle frei zu halten und den Bohrstrang am Laufen zu halten.

Sorgen Sie von Anfang an für die richtige Spüleinrichtung.
Nicht jedes Gestein erfordert die gleiche Spülmethode. In harten, abrasiven Gesteinsformationen – Granit, Quarzit, dichtem Basalt – benötigt man ein Spülmedium, das große Mengen an Bohrklein transportieren und den Bohrer effektiv kühlen kann. In weichem Kalkstein mag reines Wasser ausreichen, aber in abrasivem Gestein sind höhere Durchflussraten und in manchen Fällen ein Medium mit besserer Schmierfähigkeit erforderlich, um die Gesteinsspäne in Bewegung zu halten.
Auch die Spülleitung selbst ist wichtig. Ein Druckabfall irgendwo im System – etwa durch einen abgeklemmten Schlauch, ein teilweise verstopftes Drehgelenk oder eine nicht richtig sitzende Kupplung – führt dazu, dass das Gestänge nicht ausreichend mit Wasser versorgt wird. Bohrgut verklumpt, das Gestänge erhitzt sich, und es gibt Probleme. Machen Sie es sich zur Gewohnheit: Öffnen Sie vor jeder Schicht den Wasserhahn und prüfen Sie, ob das Wasser sauber durch das Gestänge fließt, bevor Sie das Gestein berühren. Zehn Sekunden Kontrolle sparen Ihnen stundenlange Ausfallzeiten.
Vorschubgeschwindigkeit: Schneller ist nicht besser
Das ist der Fehler, den ich am häufigsten sehe. Der Bediener stellt den Vorschub zu hoch ein, weil sich das Gestein oben weich anfühlt, dann aber auf eine härtere Schicht trifft und nicht nachgibt. Bei dieser Vorschubgeschwindigkeit kann das Bohrklein nicht schnell genug abtransportiert werden, es verklumpt im Spülkanal und die Spülstange verstopft.
Die Lösung ist einfach, erfordert aber Disziplin: Passen Sie den Vorschub dem Bohrlochdruck an. Verringern Sie den Vorschub, bevor Sie ihn erhöhen. Ändert sich die Gesteinsart – beispielsweise von verwittertem Deckgebirge zu festem Granit –, passen Sie Drehzahl und Spüldruck entsprechend an. Wenige Sekunden für die Feinabstimmung der Parameter ersparen Ihnen das Herausziehen eines verstopften Bohrgestänges und einen Neustart.
Die Rute selbst: Qualität zeigt sich im Detail
Ein Gesteinsbohrgestänge mit rauer Innenbohrung, Schweißspritzern oder inneren Graten verstopft zwangsläufig. Selbst die beste Spülvorrichtung nützt nichts, wenn der Kanal selbst den Abfluss behindert. Das Wasser trifft auf diese Unebenheiten, es entstehen Turbulenzen, und das Bohrklein verfängt sich, anstatt abfließen zu können.
Hier zahlt es sich aus, bei Lieferanten zu kaufen, die ihre Fertigungstoleranzen kontrollieren. Ein hochwertiges Bohrgestänge hat eine glatte, gleichmäßige Innenbohrung, die einen ungehinderten Durchfluss des Spülmediums ermöglicht. Kombiniert man es mit ordnungsgemäß abgedichteten Kupplungen – verschlissene O-Ringe und lose Gewinde lassen Druck entweichen, bevor er die Bohrkopffläche erreicht –, werden die meisten Verstopfungsursachen von vornherein beseitigt.
Die Vorbereitungsroutine, die Pleuelstangen schont
Es dauert keine Minute und fast niemand macht es: Vor dem Bohren Wasser durch das Bohrgestänge laufen lassen und beobachten. Klarer, gleichmäßiger Strahl? Dann kann es losgehen. Schwacher Strahl, Spritzer oder gar kein Strahl? Nicht bohren. Verstopfung finden, beseitigen und erneut testen.
Ebenfalls empfehlenswert: Spülen Sie die Stange nach dem Wechsel gründlich durch, bevor Sie sie wieder einbauen. Gesteinsstaub und Schlamm, die über Nacht im Kanal verbleiben, trocknen zu einer Kruste aus, die sich am nächsten Tag in Stücken löst und die Mechanik verstopft.
Fazit
Wasserverstopfungen im Bohrgestänge sind kein Rätsel. Sie entstehen meist durch eine Kombination aus drei Faktoren: falsche Spülparameter für das Gestein, zu hoher Förderdruck und unregelmäßige Inspektion der Gestänge oder Verbindungen. Behebt man diese drei Probleme, reduziert sich der Zeitaufwand für das Entfernen verstopfter Stahlstangen aus den Bohrlöchern erheblich.




