Anwendungsszenarien für Gesteinsbohrstangen
Gesteinsbohrstangen sind die primären Kraftübertragungselemente beim Gesteinsabbau und werden aufgrund ihrer hohen Festigkeit, Schlagfestigkeit und Verschleißfestigkeit in Bergbau, Bauwesen, geologischer Erkundung und Rettungswesen weit verbreitet eingesetzt. Verschiedene Stangentypen – Vollstangen, Kegelstangen, Gewindestangen und Hohlstangen – werden an spezifische Ausrüstung und Einsatzanforderungen angepasst, um auch komplexen Arbeitsbedingungen gerecht zu werden.

Im Tagebau, insbesondere in großflächigen Tagebauen wie Eisen-, Kupfer- und Kalksteinminen, sind Bohrgestänge unverzichtbare Bestandteile der Gesteinsbohranlagen. Gewindestangen für hohe Beanspruchung widerstehen den hohen Stoßbelastungen beim Tiefbohren, das für Sprenglochbohrungen eingesetzt wird, und ermöglichen die präzise Positionierung der Bohrlöcher für die anschließende Sprengung und Zerkleinerung. Konische Verbindungsstangen, die in kleinen bis mittelgroßen Steinbrüchen mit leichten Gesteinsbohrern verwendet werden, ermöglichen flexibles Spalten und Kantenschneiden des Gesteins, um unterschiedliche Korngrößenanforderungen zu erfüllen. Bohrgestänge werden auch zur Hangsicherung eingesetzt: Das Bohren von Löchern für Felsanker und -bolzen trägt zur Sicherung von Hangblöcken und zur Gewährleistung eines sicheren Ablaufs der Abbauarbeiten bei.
Untertagebau und Tunnelbau: Für den Vortrieb und die Förderung von Erz im Untertagebau von Metall- und Kohlebergwerken werden Gestänge mit ausgezeichneter Biege- und Dauerfestigkeit benötigt. In beengten unterirdischen Räumen ermöglichen Hohlgestänge, die an hydraulischen Bohrgeräten montiert sind, den Durchfluss von Hochdruckwasser oder Druckluft zum Spülen des Bohrguts während des Bohrvorgangs und verbessern so die Vortriebsgeschwindigkeit erheblich. Im Tunnelbau – ob Autobahn-, Eisenbahn- oder U-Bahn-Tunnel – werden Gestänge an Bohrgeräten für Voll- oder Stufenbohrungen eingesetzt. Ob beim Bohren von Sprenglöchern in hartem Gestein oder von Vorbohrungen für Rohrschirme oder Vorpfähle: Gestänge gewährleisten eine stabile Kraftübertragung und sichern so Termintreue und Qualität. Korrosionsbeständige Gestänge verlängern die Lebensdauer in speziellen Tunneln mit hoher Luftfeuchtigkeit oder aggressivem Grundwasser.
Bohrgestänge spielen eine Schlüsselrolle bei Fundamentarbeiten für Hochhäuser, Brücken und Kais. Gewindestangen mit großem Durchmesser, die mit Dreikegel-/Rollenkegelbohrern verwendet werden, ermöglichen das Bohren von Gestein für Ortbetonpfähle. Dadurch erreichen die Pfähle tragfähige Bodenschichten und verbessern die Stabilität des Bauwerks. Zur Baugrubensicherung werden mit Gestängen Löcher für Bodennägel und Bodenanker gebohrt, um Stützmauern zu verstärken und Hangrutschungen zu verhindern. Leichte Gestänge, die mit handgeführten Gesteinsbohrmaschinen eingesetzt werden, ermöglichen das effiziente Aufbrechen von Beton und das Entfernen von Bewehrungsstahl bei Abbruch- und Sanierungsarbeiten und erfüllen so die Präzisionsanforderungen von Nachrüstungsprojekten.
Straßen- und Schieneninstandhaltung: Bei Instandhaltungs- und Modernisierungsprojekten von Straßen und Schienenwegen werden Gestänge in Kombination mit kleinen Gesteinsbohrgeräten für verschiedene Präzisionsarbeiten eingesetzt. Sie dienen dazu, beschädigte Betonfahrbahnen an Rissen und Schlaglöchern vor der Reparatur aufzubrechen. Zur Reinigung des Gleisschotters und zur Verstärkung des Untergrunds werden Gestänge in die Schicht gebohrt, um Bewehrungsanker zu installieren. Dies verbessert die Tragfähigkeit und gewährleistet die Sicherheit der Züge. Bei der Hangsicherung an Bergstraßen werden mit Gestängen Ankerlöcher für Felsbolzen und Kabelanker gebohrt, um gefährliches Gestein zu stabilisieren und Steinschläge und Erdrutsche zu verhindern, die den Verkehr behindern würden.
Geologische Erkundung und Rohstofferkundung: Bohrgestänge sind Kernkomponenten leichter Explorationsgeräte, die in der Mineral-, Hydrogeologie- und Ingenieurgeologie eingesetzt werden. Dünnwandige Gestänge ermöglichen für geologische Erkundungen flache und tiefe Probenahmebohrungen; mit Kernbohrkronen gewinnen sie Gesteinskerne für Strukturanalysen und Reservenschätzungen. In der Hydrogeologie werden Gestänge zum Bohren von Grundwasserleitern für den Brunnenbau und die Grundwasserüberwachung verwendet. Für Spezialuntersuchungen wie seismische oder geothermische Erkundungen werden kundenspezifische Gestänge entwickelt, die hohen Temperaturen und Drücken standhalten und so einen zuverlässigen Feldeinsatz gewährleisten.
Notfallrettung und Notfalltechnik: Bei Katastropheneinsätzen wie Erdbeben, Erdrutschen und Einstürzen sind Bohrgestänge für die schnelle Beseitigung von Hindernissen unerlässlich. Rettungsteams nutzen handgeführte Felsbohrer mit Bohrgestängen, um eingestürzten Beton und Fels aufzubrechen und so Zugang zu Verschütteten zu schaffen. Bei hydraulischen Notfallmaßnahmen – wie der Verstärkung von Deichen oder der Ausbaggerung von Flussbetten – können Bohrgestänge in das Ufergestein gebohrt werden, um Dichtungswände und Injektionslöcher zu errichten und so Bauwerke schnell zu stabilisieren und ein Überlaufen zu verhindern. Bei der Brandbekämpfung und der Rettung in urbanen Gebieten helfen Bohrgestänge im Rahmen koordinierter Rettungsmaßnahmen beim Durchbrechen von Stahlbetonelementen.
Bohrgestänge finden breite Anwendung in der Landwirtschaft, Forstwirtschaft und im Landschaftsbau. Für die Bewässerungsbrunnenbohrung in bergigem Ackerland und Obstplantagen durchdringen leichte, integrierte Gestänge in Kombination mit kleinen Bohrgeräten schnell Boden und verwittertes Gestein, um Brunnen zu errichten. Im Landschaftsbau werden mit Gestängen Löcher zur Verankerung von Steinen in künstlichen Steingärten und zur Stabilisierung von Wurzelballen beim Umpflanzen von Bäumen gebohrt. Dies verbessert die Effizienz und Qualität von Gartenbau- und Landschaftsbauprojekten.





