Überhitzt Ihr Luftkompressor häufig? Finden Sie zuerst diese „Verursacher“ und beheben Sie sie dann.
Überhitzung ist ein bekanntes und schwerwiegendes Problem bei Luftkompressoren. Eine leicht erhöhte Temperatur sollte nicht ignoriert werden – eine Überhitzung kann die Produktion abrupt stoppen, den Verschleiß beschleunigen, die Lebensdauer der Geräte verkürzen und die Energiekosten unbemerkt in die Höhe treiben, was erhebliche, versteckte Probleme für den Betrieb verursachen kann. Die effiziente Problemlösung beginnt mit der korrekten Identifizierung der Ursache. Die Behebung der richtigen Ursache spart Zeit und vermeidet unnötigen Aufwand.
Aus Erfahrung mit der Wartung vor Ort lassen sich Überhitzungsfälle im Allgemeinen in vier Kategorien einteilen: Umgebungsbedingungen, das Kühlsystem, das Kühlmittel selbst und andere Hilfskomponenten. Jede Kategorie weist charakteristische Anzeichen auf, sodass die Fehlersuche in einer klaren Reihenfolge erfolgen kann. Im Folgenden werden die einzelnen Kategorien erläutert.
Zu hohe Umgebungstemperatur: Äußere Einschränkungen der Wärmeabfuhr. Luftkompressoren arbeiten optimal in einem begrenzten Umgebungstemperaturbereich – die meisten Modelle erreichen ihren optimalen Betriebstemperaturbereich zwischen etwa 5 °C und 40 °C. Überschreitet die Raumtemperatur diesen Bereich, kann das Gerät die Wärme nicht schnell genug abführen, und es werden Überhitzungsalarme ausgelöst. Diese Probleme hängen in der Regel mit den Installations- und Standortbedingungen zusammen: Ein Kompressor in einem beengten, schlecht belüfteten Raum führt zu Wärmestau; Werkstätten, in denen im Sommer regelmäßig Temperaturen über 40 °C erreicht werden, überfordern selbst ein leistungsstarkes Kühlsystem; die Platzierung der Lufteinlassöffnungen in der Nähe von Heizkesseln, Öfen oder anderen Wärmequellen führt dazu, dass der Kompressor heiße Luft ansaugt, was die Betriebstemperaturen erhöht.
Ausfall des Kühlsystems: Beeinträchtigung der Kernkühlfunktionen. Das Kühlsystem ist die Temperaturregelungseinheit des Kompressors – ob luft- oder wassergekühlt, Ausfälle hier sind eine häufige Ursache für Überhitzung. Die Probleme lassen sich in zwei Gruppen einteilen:
Beeinträchtigung des Wärmetauschers: Luftgekühlte Kühler sammeln mit der Zeit Staub, Öl und Flusen an, die den Luftstrom wie eine dicke Decke blockieren und die Kühlleistung stark reduzieren. Bei wassergekühlten Systemen verlangsamen Ablagerungen oder Verstopfungen in den Kühlmittelleitungen die Zirkulation und verhindern eine rechtzeitige Wärmeabfuhr.
Zusätzliche Kühlkomponenten: Lüfter, die aufgrund von Motorverschleiß, schlechten elektrischen Verbindungen oder beschädigten Lüfterblättern nur langsam laufen, können nicht genügend Luft bewegen. Lockere oder durchrutschende Keilriemen reduzieren die Lüfterdrehzahl und erzeugen oft Reibungsgeräusche, die das Problem leicht erkennbar machen. Jeder dieser Fehler beeinträchtigt die Wärmeabfuhr und lässt die Temperaturen ansteigen.
Probleme mit dem Kühlmittel: Versagen des Wärmeträgermediums. Das Kühlmittel – manchmal dient auch das Schmiermittel als Kühlmedium – transportiert Wärme von heißen Teilen ab. Sein Zustand beeinflusst die Kühlleistung direkt. Es treten zwei Hauptprobleme auf:
Beeinträchtigtes oder verunreinigtes Kühlmittel: Kühlmittel hat eine begrenzte Lebensdauer; es oxidiert und altert, wodurch die Viskosität zunimmt und die Wärmeübertragungseffizienz sinkt. Verunreinigungen durch Partikel, Wasser oder Ölreste verringern die Kühlleistung zusätzlich und können interne Bauteile korrodieren.
Festsitzende oder defekte Temperaturregelventile: Diese Ventile regulieren den Kühlmittelstrom zum Wärmetauscher. Wenn ein Ventil festsitzt, wird die ordnungsgemäße Zirkulation gestört – entweder durch Drosselung des Durchflusses zum Wärmetauscher oder durch unzureichenden Durchfluss –, was beides zu Überhitzung führt.
Weitere Fehler an Hilfskomponenten: Leicht zu übersehende indirekte Ursachen. Kleine Fehler an Hilfskomponenten können indirekt zu Überhitzung führen und werden bei Routineprüfungen oft übersehen. Die „Drei-Filter-Gruppe“ ist ein häufiger Problembereich: Verstopfte Luftfilter, Ölfilter und Ölabscheider reduzieren die Ansaugluftqualität, senken die Kompressoreffizienz und erhöhen die Wärmeentwicklung. Verstopfte Ölfilter und -abscheider verschlechtern die Schmierstoff-/Kühlmittelqualität und -zirkulation und erhöhen die thermische Belastung. Eine defekte Schmierpumpe ist besonders gefährlich: Sie versorgt die beweglichen Teile mit Kühl-/Schmierstoff. Fällt sie aus, kommt die Zirkulation zum Erliegen – die Teile reiben trocken und erzeugen schnell konzentrierte Hitze, die den Kompressor rasch beschädigen kann.
Fehlersuche und Wartungstipps: Eine praktische Inspektionsreihenfolge ist: Umgebung → Kühlsystem → Kühlmittel → Hilfskomponenten. Reinigen Sie im Rahmen der routinemäßigen Wartung regelmäßig die Wärmetauscher, tauschen Sie die drei Filter und das Kühlmittel planmäßig aus, prüfen Sie die Riemenspannung und den Zustand und kontrollieren Sie die Funktion des Temperaturregelventils. Diese Maßnahmen reduzieren Überhitzungsvorfälle deutlich und verlängern die Lebensdauer des Kompressors.
Sollten Sie das Problem nach diesen Überprüfungen nicht finden oder beheben können, wenden Sie sich bitte an einen professionellen Servicetechniker, anstatt größere Demontagearbeiten durchzuführen. Unsachgemäße Reparaturen können das Problem verschlimmern.




